EDGAR AUGUSTIN 1936-1996
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 Edgar Augustin

Stehende weibliche Figur, um 1975
Bronze, Höhe 61,5 cm
Auflage 9 Exemplare
Guß Barth, Rinteln
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Bereits während seiner Studienjahre - nach einer
Goldschmiedelehre studiert Augustin an der Werkkunstschule Münster bei
Karl Ehlers und ab 1960 bei Gustav Seitz an der Hamburger HfbK - erarbeitet
sich der Bildhauer nahezu sein gesamtes Repertoire an Motiven: den stehenden
Akt, die verhüllte und verschnürte, die konstruierte und die fragmentierte
Figur, die Büste, Atelierszenen und Sportdarstellungen. Und sein starkes
malerisch-grafisches Talent äußert sich in zahlreichen Zeichnungen,
die parallel zu den Plastiken entstehen.
Von einem der Grundthemen der Bildhauerei
ausgehend, formuliert Augustin sein eigenes: Das Spannungsfeld zwischen
Natürlichem und Künstlichem, zwischen Realität und Abbild, zwischen
Mensch und Puppe, zwischen Bewegung und Starre.
In den folgenden Jahrzehnten modelliert
er u.a. statuenhafte Bronze- Torsi, die ihrer Gliedmaßen beraubt und
damit zur Ruhe verdammt sind, und in enge Tücher gewickelte Figuren,
die mumiengleich gefesselt sind. Nahezu alle Skulpturen wirken außerordentlich
ruhig und harmonisch; sie verharren in sich selbst und nehmen keinen
Kontakt zum Betrachter auf. Starke Abstraktionen entindividualisieren
einige der Plastiken zu kegelförmigen Körpern. Aber auch den naturnäheren
Arbeiten fehlt jegliche Lebendigkeit. Noch deutlicher als in den Bronzeskulpturen
tritt das Artifizielle in den Holzarbeiten hervor: Über einen Holzkern
dübelt der Künstler flache Klötze und Platten, die wie ein grobes Mosaik
wirken. Die Offenlegung der handwerklichen Technik führt zur Verunsicherung
des Betrachters: Ist der lebende Mensch oder sein künstliches Abbild
das Thema? Viele der Ganzkörperskulpturen scheinen wie Gliederpuppen
konstruiert: deutlich sind die Dübel, mit der Beine und Arme am Rumpf
befestigt scheinen, zu sehen. Begleitende Zeichnungen geben vor, Konstruktionsskizzen
zu sein, und zeigen eine komplizierte Maschinerie, die sich demnach
im Inneren der Figuren befindet und zahlreiche Bewegungen von den Augenlidern
bis zu den Zehen ermöglicht. Tatsächlich haben die Skulpturen aber keinerlei
Mechanik, sie sind unbeweglich und starr.
Anfang der 90er Jahre gestaltet Augustin
einen Reihe von Frauenköpfen, die direkt aus Holzklötzen gehauen sind
- eine neue Entwicklungslinie kündigt sich an, doch der frühe Tod des
Bildhauers beendet sein Oeuvre vorzeitig. |
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 Kleine Sitzende, 1977
Bronze, Höhe 25 cm,
Auflage 9 Exemplare
Guß Barth, Rinteln
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 Verhüllte Figur, 1980
Bronze, Höhe 92,5 cm,
Auflage 9 Exemplare
Guß Barth, Rinteln
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