 Carl Becker
Selbstporträt, 1923,
Öl/Lw. 75 x 60cm

Boote
auf der Elbe
um 1900, Öl/Lw., 78 x 132 cm
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Bereits als Kind zieht Carl Becker mit seinen Eltern nach Altona
und begeistert sich hier für den Hafen, die Eibe und das Meer. Und so
sind es auch Schiffe und Wasserwogen, die sein gesamtes künstlerisches
Oeuvre bestimmen.
Den ersten Malunterricht erhält er bei dem Hamburger Marinemaler Heinrich
Leitner. Dann geht er zum Studium an die Düsseldorfer Akademie, die
für ihre hier lehrenden und ausgebildeten Landschaftsmaler berühmt ist.
Als Becker dort anfängt, 1887, hatte Oswald Achenbach, dessen romantische
Grundtendenz Becker in seiner Malerei übernimmt, schon seit einigen
Jahren die Schule verlassen und der baltische Maler Eugen Dücker dessen
Nachfolge angetreten. Dieser widmet sich in seiner Malerei vorwiegend
norddeutschen Landschaften und Marinethemen - der Kunststudent Carl
Becker wird also weiter in seiner Motivwahl unterstützt: Er spezialisiert
sich auf die Marinemalerei, mit der er schon während des Studiums große
Erfolge hat. In Wien verleiht man ihm auf der Dritten Internationalen
Kunstausstellung eine Goldmedaille und in Berlin anlässlich des zweihundertsten
Geburtstags der Berliner Akademie ebenfalls eine.
Die Marinemalerei spielt um 1900 eine wichtige Rolle, da sie nicht nur
Erinnerungsstücke für Reeder, Seeleute und Kaufleute hervorbringt, sondern
darüber hinaus Symbole für Deutschlands Stellung als eine der größten
Seemächte schafft, welche Wilhelm II. zu dieser Zeit vehement einfordert.
Nach seinem Studium lässt sich Becker in Düsseldorf nieder. Er erhält
zahlreiche Aufträge, u.a. malt er 1900 die Wandgemälde für den deutschen
Schifffahrtspavillon der Pariser Weltausstellung. Seine Heirat mit Annette
Otto, der Tochter des Erfinders des Otto-Motors, ermöglicht ihm und
seiner Familie -1903 wird der später ebenfalls als Maler bekannte Sohn
Claus geboren -einen großbürgerlichen Lebensstil. 1903 zieht die Familie
nach Hamburg, wo sie sich unweit der Elbe, zunächst in Nienstedten,
dann in Blankenese, einrichtet.
Auf kürzeren und längeren Schiffsreisen studiert Carl Becker immer wieder
seine Motive: Fischkutter, große Segler und das aufgewühlte Meer, um
diese genaue Sachkenntnis von Schiffstypen und Segelmanövern in seine
Marinemalerei ein- bringen zu können. Stilistisch entwickelt er den
impressionistisch inspirierten Stil Eugen Dückers weiter. Charakteristisch
für Becker ist ausserdem ein warmes Abendlicht, das seine Seestücke
überstrahlt.
Werke in öffentlichen Sammlungen: Neue Nationalgalerie. Berlin: Deutsches
Schifffahrtsmuseum. Brernerhaven; Museum Kunst Palast. Düsseldorf; Altonaer
Museum. Harnburg; Museum für Harnburgische Geschichte. Harnburg. Literaturhinweise:
Lexikon der Düsseldorfer Malerschule. Bd. I. München 1998; Kat. "Carl
und Claus Becker. Gemälde", Hamburg (Harnburgische Landesbank) 2001.
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